Erfahrungs Interview mit Journeyman Andre
Andre lebet und arbeitet in den USA bei der Firma Solid LLC. Hier berichtet er über seine Erfahrungen!
Auch Andre lebt und arbeitet seit Anfang April in Minnesota. Wir haben ihm einige Fragen zu seinem Leben in den USA gestellt.
Wie bist du auf die Idee gekommen, ins Ausland zu gehen?
Andre: Ich war während dem Studium schon einmal in den USA in Iowa, was mir super gefallen hat. Daher wollte ich unbedingt noch einmal ins Ausland. Ich hatte schon länger überlegt, wie ich das genau organisieren kann, als ich über Facebook von Journeyman erfahren habe. Das hat sich so passend angehört, da habe ich gar nicht lange überlegt, sondern mich gleich beworben!
Wie ist die Organisation des Auslandsaufenthaltes mit Journeyman abgelaufen?
Andre: Die Organisation hat sehr gut funktioniert, vor allem die persönliche Betreuung mit Tania fand ich super! Da ich einer der ersten Handwerker war, die mit Journeyman in die USA gegangen sind, gab es am Anfang zwar auf beiden Seiten Neuland, aber trotzdem hat alles gut geklappt. Ich war nach der Beantragung für mein Visum auch persönlich bei Journeyman im Büro, das fand ich super!
Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Zimmerer im Vergleich zu Deutschland aus?
Andre: Meine Firma in den USA ist gross, mit circa 80 Beschäftigten. Momentan arbeite ich in einem grossen Team mit 20 Leuten an einem Altenheim. Es gibt richtig viel zu tun, daher arbeite ich zurzeit viel und habe wenig Freizeit. Ich fange um 6.45 Uhr an zu arbeiten, dann gibt es erst mal 10 bis 20 Minuten Stretching-Übungen, was natürlich total lustig aussieht. Über den Tag hilft es aber extrem, wenn man sich in der Früh dehnt. Danach findet eine Einteilung statt und man arbeitet dann tagsüber in 2 bis 3-er Teams. Momentan stellen wir gerade das Dach fertig, damit nach uns die Dachdecker kommen können.
Arbeitet man in deiner Firma mit ähnlichen Werkzeugen wie in Deutschland?
Andre: Ja, aber man muss in den USA viele Werkzeuge (bis auf grosse Maschinen natürlich) selbst kaufen. Ich habe schon vor Arbeitsbeginn eine Liste mit Sachen bekommen, die ich selbst besorgen musste. Ausserdem wird hier viel mit Nägeln gearbeitet, während man in Deutschland eher mit Schrauben arbeitet. Man ist hier auch sehr auf Sicherheit bedacht und muss immer Helm und Sicherheitsweste tragen. Mit den Arbeitsklamotten nehmen es manche Kollegen dafür nicht so genau, was ich etwas verdreht finde. Ich habe immer auch meine Arbeitsklamotten und Sicherheitsschuhe an.
Was möchtest du während deinem Aufenthalt in den USA unbedingt noch machen?
Andre: Ich möchte mit meinen Mitbewohnern auf jeden Fall nach Seattle und den Staat Washington. Da wollte ich schon immer mal hin, hatte aber beim letzten Mal als ich hier war keine Zeit mehr. Weil ich am Ende meiner Arbeit mit dem Visum ja noch 30 Tage in den USA bleiben kann, will ich am Ende noch einen Road Trip machen. Genaue Ziele habe ich mir dafür noch nicht überlegt, vielleicht schaue ich mir noch die Niagara Fälle an, die wollte ich auch schon länger mal sehen.
Was sollte man unbedingt in seinem Reisegepäck haben und auf was kann man verzichten?
**Andre: **Puh, ich selbst hatte eigentlich gar nicht viel dabei. Ich hätte zwar 25 kg mitnehmen können, hatte aber nur 16kg. Generell kann ich die Packliste von Journeyman empfehlen, auf der wurde wirklich an alles gedacht. Vielleicht braucht man von dieser Liste nicht alles, aber sie enthält auf jeden Fall das, was man dabei haben sollte. Unbedingt sollte man, denke ich, eine Kamera dabei haben. In den USA gibt es einfach so viel zu sehen und von den Städten über die Natur ist alles sehr beeindrucken. Daher hat man viel gutes Material für tolle Fotos!
Was sind die grössten (Kultur-) Unterschiede im Vergleich zu Deutschland, die dir bisher aufgefallen sind?
Andre: Da ich ja schon mal länger in den USA gelebt habe, gab es eigentlich nichts, was mich total überrascht hat, aber an sich gibt es natürlich schon viele Unterschiede zu Deutschland. Die Arbeit ist eine Umstellung, weil vieles anders gemacht wird. Vor allem fallen mir die Unterschiede aber beim Essen auf. In den USA ist es viel üblicher Abends auswärts zu Essen, vor allem dann, wenn man in einer grossen Stadt mit vielen Restaurants und Fast-Food-Ketten wohnt. In Deutschland kocht man eher zu Hause und geht dann vielleicht mal am Wochenende Essen. Und obwohl ich in Deutschland nicht zu den Pünktlichsten zähle, bin ich hier einer der ersten auf der Arbeit. Nach meinem Einzug in meine WG habe ich auch erst mal die Wohnung geputzt. Ich bin eigentlich kein Ordnungs-Freak, aber deutsche Sauberkeitsstandards habe ich anscheinend schon :)
Was vermisst du am meisten und am wenigsten aus Deutschland?
Andre: Ich vermisse auf jeden Fall deutsches Brot. Ich habe von einer deutschen Bäckerei in meiner Nähe gehört, die ich am Wochenende mal ausprobieren will. Meine Hoffnungen dort tatsächlich richtiges deutsches Brot zu finden, sind aber nicht besonders hoch. Was ich nicht vermisse, ist die deutsche Verbohrtheit. Manchmal kommt es mir so vor, als wären die Deutschen oft nicht flexibel. Als ich erzählt habe, dass ich mit 27 noch mal ins Ausland will, haben viele Leute gefragt, ob ich nicht schon zu alt dafür bin. Ich will zwar auch nicht auf Pump leben, so wie viele Amerikaner, aber in meinem Alter muss ich noch nicht den ganzen Tag an meine Rente denken.
Welchen Rat würdest du angehenden Journeyman für ihren Auslandsaufenthalt geben?
Andre: Wenn es mal nicht gut läuft, zum Beispiel, weil die Arbeit frustrierend ist, oder man am Anfang nicht alles versteht, sollte man einfach mal auf die Zähne beissen und es durchstehen, denn es wird auf jeden Fall besser und es lohnt sich. Das gilt aber eigentlich nicht nur für einen Auslandsaufenthalt, sondern in allen Lebenslagen. Vielen Dank für das Interview, Andre!
Wenn du noch weitere Fragen an unsere Handwerker im Ausland hast, oder es etwas gibt, was dich besonders interessiert, schreibe uns am besten direkt.
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