Ein Jahr in Australien: Fabio’s Abenteuer als Schreiner in Perth
6. Februar 2025

Ein Jahr in Australien: Fabio’s Abenteuer als Schreiner in Perth

Fabio, ein 24-jähriger Schreiner aus der Schweiz, entschied sich, ein Jahr in Australien zu verbringen, um neue Erfahrungen zu sammeln, seinen Horizont zu erweitern und sich persönlich sowie beruflich weiterzuentwickeln. In Perth arbeitet er derzeit bei Hanwerk, einem Betrieb mit einem deutschen Chef, der seit über 25 Jahren in Australien lebt. Sein Alltag ist geprägt von spannenden Projekten, kulturellen Unterschieden und unvergesslichen Erlebnissen in der Natur.

Vom Schreiner in der Schweiz zum Cabinetmaker in Australien

In Australien werden Schreiner als “Cabinetmaker” bezeichnet – doch Fabio stellt schnell fest, dass sich seine Arbeit in vielen Aspekten von der in der Schweiz unterscheidet. Während sich viele Betriebe in Australien nur auf Küchen- oder Möbelbau spezialisieren, deckt sein Betrieb ein breites Spektrum ab: Möbel, Türen, Innenausbau und Maßanfertigungen. Das sorgt für viel Abwechslung im Arbeitsalltag.

Trotz seines deutschen Chefs merkt Fabio schnell, dass die Arbeitsmentalität in Australien entspannter ist als in der Schweiz. „Die Australier haben eine Lockerheit, die ich echt schätze. Nach der Arbeit sitzen wir oft noch zusammen, trinken ein Bier und tauschen uns aus. Es gibt auch jeden Freitag ein gemeinsames Barbecue, organisiert vom Chef – das stärkt den Zusammenhalt enorm.“ Diese Wertschätzung der Mitarbeiter findet er besonders wertvoll und möchte sie auch mit zurück in die Schweiz nehmen.

Ein einmaliges Projekt: Arbeiten für den reichsten Mann Westaustraliens

Eines der verrücktesten Erlebnisse in seinem Auslandsjahr war ein riesiges Umbauprojekt vor Weihnachten für einen der reichsten Australier. „Es war eine echte Hassliebe,“ lacht Fabio. Die Zeit war knapp, der Druck hoch und die Anforderungen enorm. „Wir mussten in kürzester Zeit ein riesiges Innenausbauprojekt abschliessen."

Doch am Ende arbeitete das Team Hand in Hand, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Besonders spannend für Fabio: „Der Kunde hat auf europäische Eiche gesetzt – ein Material, das in Australien schwerer zu bekommen ist. Man kriegt leichter amerikanische Eiche, aber die europäische sieht einfach besser aus.“

Das Leben ausserhalb der Arbeit: Abenteuer in der Natur

Neben der Arbeit nutzt Fabio jede freie Minute, um Australien zu erkunden. Besonders beeindruckt hat ihn der Kalbarri National Park, etwa 600 km nördlich von Perth. „Die Weite, die riesigen Schluchten, die Naturgewalten – das war einfach unglaublich,“ schwärmt er.

Ein weiteres Highlight war ein Roadtrip mit seinem Journeyman-Kollegen Alex. Die beiden campten an einem abgelegenen Ort, testeten Fabios 4x4 in den Lancelin Sand Dunes und übernachteten auf einer Känguru-Farm. „Plötzlich kamen 20 Kängurus auf uns zu – das war ein einmaliges Erlebnis.“

Persönliche Entwicklung und Zukunftspläne Nach vier Monaten in Australien überlegt Fabio, ob er sein Visum verlängern und noch länger bleiben soll. Gleichzeitig zieht es ihn auch zurück in die Schweiz. „Ich habe hier gelernt, spontaner und entspannter zu sein. Die Australier nehmen das Leben lockerer, ohne dass die Arbeit darunter leidet – das ist etwas, das ich mitnehmen möchte.“

Seine Eltern haben ihn während seines Aufenthalts besucht und ihn auf seiner Reise unterstützt. Auch sein Freundeskreis und selbst sein ehemaliger Chef standen hinter seiner Entscheidung – auch wenn dieser zunächst etwas überrascht war, als Fabio kündigte.

Sein Rat an andere Handwerker, die ins Ausland wollen Für Fabio gibt es nur eine klare Empfehlung: Einfach machen! „Man kann nichts verlieren – nur gewinnen. Selbst wenn etwas schiefgeht, lernt man daraus. Diese Erfahrung kann dir niemand mehr nehmen.“

Ob er es bereut? „Keinen einzigen Tag. Wenn man jung ist und die Freiheit hat, sollte man es nutzen. Wer weiss, was in 10 Jahren ist – vielleicht hat man dann eine Familie, ein Haus oder Verpflichtungen. Aber jetzt? Jetzt ist die beste Zeit!“

Fabios Geschichte zeigt, wie bereichernd ein Jahr im Ausland sein kann – und dass es oft die Herausforderungen und spontanen Abenteuer sind, die die schönsten Erinnerungen hinterlassen.

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